Einsatzgroßübung – Die Feuerwehr für den Ernstfall gut erprobt

Die meisten Einsatz- und Alarmübungen laufen alle gleich ab. Ein gemeldeter Brand, mehrere Personen verletzt, vielleicht auch ein verunfalltes Fahrzeug. Diesmal sollte es anders kommen.
So wurde die Feuerwehr Schefflenz samt allen Abteilungswehren am heutigen Mittwochabend gegen 19:15 zu einem Gasunfall alarmiert. Als Übungsobjekt diente uns hierzu erneut das alte Rödderheim in Oberschefflenz.
Als nach wenigen Minuten zuerst die Abteilung Oberschefflenz eintraf, stellte sich für den Gruppenführer während seiner Erkundung folgende Lage: Altes Abrissgebäude, aus welchem, laut der Aussage eines anwesenden Passanten, mehrere Kinder flüchteten. Bei der ersten Annäherung an das Gebäude konnte der Gruppenführer einen deutlich erkennbaren Gasgeruch feststellen.
Hier stellte sich den Einsatzkräften nun die erste Hürde, denn eine vollständige Erkundung des Gebäudes war, durch die Gasexposition, nur unter Atemschutz möglich. So war es für den Gruppenführer auch die erste Priorität, den Gefahrgutzug des Neckar-Odenwald-Kreises nachzufordern, da nur auf diesem entsprechende Gasmessgeräte vorgehalten werden.
Während die restlichen Fahrzeuge dann nach und nach eintrafen, begab sich so der erste Trupp mit Atemschutzgeräten ausgerüstet zur Personen- und Verletztensuche in den Gefahrenbereich. Dieser wurde weiträumig um den potentiell gefährlichen Bereich errichtet.
Priorität lag in diesem Übungsszenario im speziellen auch darin, zu erkennen, dass sich die Trupps ihrer Funkgeräte, Handys und Funkmeldeempfänger entledigen mussten, da diese ansonsten eine potentielle explosionsgefahr darstellen würden.
Recht schnell wurde so die Leckage an einem, sich im Außenbereich des Gebäude befindlichen Gastank entdeckt und verschlossen. Da es sich hierbei jedoch um Flüssiggas handelte, welches eine ungefähre Schwere gleich der unserer Luft hat (es also weder in die Höhe steigt, noch abfällt), bestand immernoch die Gefahr der Atemgifte im direkten Umfeld.
Um diese Gefahr zu minimieren wurde der Gebäudelüfter des Gefahrgutzuges in Stellung gebracht und mit diesem die Luft im Umfeld und im Gebäude umgewälzt.
Zu diesem Zeitpunkt war auch ein Einsatzleitwagen der Feuerwehr vor Ort, welcher die Einsatzlage übernahm und die Kräfte koordinierte. Eine der ersten Aufgabe für diesen war es, sich um einen Kräftenachschub an Atemschutzgeräteträgern zu sorgen, denn im Einsatz befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits 3 Trupps (je 2 Einsatzkräfte) aktiv, mit einem Sicherungstrupp in der Hinterhand.
Gegen 20:30 war das Gebäude  vollständig nach eventuell vermissten Personen durchsucht worden. Es konnten keine verletzten Personen gefunden werden.
Im Anschluss an diese Übung fand eine ausführliche Nachbesprechung mit Begehung der Übungsanlage statt, in welcher nochmals insbesondere die Gefahren im Zusammenhang mit einer Gasexposition besprochen wurden. Im Ganzen gesehen, war es auch diesmal wieder eine sehr lehrreiche Übung, aus welcher alle teilnehmenden eine gewisse Sicherheit im Umgang mit gefährlichen Gasen erlangen konnten.